Mit dem Krebs im Gespräch



30.9 2007 - Erntedankfest



Schon wieder ein neuer Monat.
Die Zeit vergeht schnell, ohne, dass gefühlsmäßig viel passiert.
Gut, die Ergebnisse der 3 Chemos sind mutmachend.
Die Werte bewegen sich wieder in Bereichen, die fast normal sind.
Am heutigen Erntedankfest mache ich erst einen Spaziergang - einmal zum Heinader Dorfende und zurück und dann sofort aufs Sofa, ausruhen. Das ist phänomenal, wie wenig ich abkann. Hoffentlich wird das wieder besser.

Um 14 Uhr dann zur Kirche nach Deensen - Erntedankgottesdienst, mit Kindergottesdienstbeteiligung und Vorstellung der neuen Konfirmanden. Die Kirche ist gut gefüllt, schön zu sehen.

Danach noch Kaffee und Kuchen, Würstchen werden gegrillt, für die Kinder gibt es sogar eine kleine Hüpfburg, toll. Ich genieße es, dort zu sein, aber nach ca. 1 Stunde ist dann auch die Luft raus und ich muss nach Hause. Das Stehen fordert seinen Tribut. Gut, ich hätte mich auch setzen können, aber dann redet man nur mit denselben Menschen.

Zu Hause angekommen, ruft die Kollegin aus Neuhaus an und kommt kurze Zeit später zum Klönen vorbei.
Wir reden über die Gemeindestruktur dort, schließlich hatte ich mich da ja auch mal beworben.
Sie hat viel zu tun, viele außergewöhnliche Gottesdienste gleich am Anfang, Altersheime, Kinderheim, ein Gemeindeteil noch in Holzminden...ich beneide sie nicht.

Wir reden über den Pilgerweg, der in den nächsten Jahren mit ein Hauptaugenmerk ihrer Arbeit sein soll.
Ich finde ihre Idee gut, etwas auch für Menschen anzubieten, die nicht mehr gut zu Fuß sind und eben gerade keine lange Strecken pilgern können...darin finde ich mich sehr gut wieder.
Kirche für andere, wie Bonhoeffer das genannt hat...da, wo sie Rücksicht nimmt und nicht "gnadenlos" aktiv wird nur für die, die sowieso genug Kraft haben.
Das hatte Jesus ja auch schon richtig erkannt: "Die Gesunden brauchen den Arzt nicht!" -- wohl wahr!

Also Kirche für die Kranken?? Klingt nicht so gut und einladend, was? Und entspricht doch viel mehr der menschlichen Realität als alles andere.

1.10 - 3.10.2007

Ich merke in diesen Tagen, dass das "Freisein" von Medikamenten mir gut tut. Ich brauche außer zwei kleinen Tabletten nichts mehr nehmen und der Körper dankt es. Ich fühle mich wirklich besser.

Und ich freu mich auf eine Zugfahrt in die alte Heimat, nach Eberbach. Bevor die stationäre Zeit in Göttingen kommt, werde ich am 4.0. für ein paar Tage zu meinem Bruder fahren. Auch meine Schwester kommt aus München. Wir wollen im renovierten Elternhaus einräumen...mein Teil ist die Organisation, schleppen kann ich nix, das hab ich gleich gesagt.
Also fahre ich am 4.10. mit dem Zug (ein direkter IC von Kreiensen nach Heidelberg kommt mir da sehr entgegen und die Lokführer streiken erst ab Freitag, auch das ist gut!) nach Eberbach und komme am 8.10. wieder. Tja, und am 9.10. geht es dann Richtung Göttingen zur Stammzellen"ernte". Unter AKTUELL LESEN habe ich einen Link eingerichtet für alle, die mehr über diese periphere Stammzellenapherese wissen möchten. Einfach anklicken dort!

09.10.2007 bis 26.10.2007 - 

Uniklinikum Göttingen

 

Von 1960 bis 2007 war ich nie länger als ein paar ambulante Stunden im Krankenhaus.

Seit der Erkrankung mit dem Multiplen Myelom habe ich es nun geschafft, über die Zuzahlungsdauer von 28 Tagen hinaus, Krankenzimmer im Krankenhaus von innen zu sehen…ein trauriger aber immerhin ein Rekord!

Wahrscheinlich muss ich diesen Rekord dann im Dezember um weitere Wochen steigern…aber beginnen wir langsam von vorn.

 

Nach ein paar Tagen im schönen Neckartal bei meinem Bruder, fuhr ich mit Bahn und Bus nach Göttingen, wohl wissend, dass es wohl die letzte Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel für die nächste Zeit gewesen sein dürfte.

 

Dann, wenn die Blutwerte und Abwehrkräfte in den Keller gegangen sind, heißt es ja: „meiden Sie große Menschenansammlungen und Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln“ – insofern können mir Streiks von Lokführern in der nächsten Zeit keine Angst einjagen…

 

Ich kam in mein Zimmer auf Station 30.23, der Krebsstation des Uniklinikums Göttingen.

Mein erster Zimmernachbar saß aber schon auf gepackten Koffern und wartete mehr oder weniger auf seine Entlassung.

Eine junge Ärztin im praktischen Jahr machte die Aufnahmeuntersuchung und ich erzählte mal wieder alle meine Krankengeschichten, von denen ich manchmal wirklich bald nicht mehr weiß, was wann war, weil ich es schon so oft erzählen musste.

„Dichtung und Wahrheit“ halten sich hierbei die Waage, wenngleich natürlich die Inhalte stimmen, nur die zeitliche Einordnung fällt mir immer schwerer, sei es aus Gründen des Alters (denn komischerweise wird die Entfernung zum Ereignis ja immer größer) oder aber aus Gründen des sogenannten und unter Krebskranken allgemein anerkannten „Chemohirns“…egal, die Ärztin war sehr nett und machte das sehr kompetent. Sie heißt so wie ein bekannter TV-Talkmaster, nur mit „l“ zwischen dem „B“ und dem „e“.

 

Am nächsten Tag bekam ich dann meinen neuen Bettnachbarn.

Wir blieben fast zwei Wochen zusammen, aber darüber später mehr.

 

Insgesamt waren dem Pflegeteam und den Ärzten eine große Kompetenz und viel Einfühlungsvermögen abzuspüren, die gut taten.

Man merkte, dass sie sich der besonderen Situation auf einer Krebsstation sehr bewusst waren.

Ich bewunderte Art und Weise, wie die Ärzte/innen den Patienten auch schwere Diagnosen verständlich machten, ohne etwas zu verheimlichen aber auch ohne den Mut zu nehmen, sondern immer wieder darauf bedacht, den Patienten mit hineinzunehmen in die Hoffnung auf Behandlung.

 

Was mir vor dem Krankenhausaufenthalt nicht so klar war, war die Tatsache, dass zur Mobilisation der Stammzellen eine umfangreiche, also vierte Chemo (mit wieder neuen Substanzen) notwendig war, die über drei Tage ging.

 

Nach den üblichen Voruntersuchungen, stets begleitet von der täglichen Blutuntersuchung, wurde ich am 12.10. bis zum 15.10. an die Infusionsapparate angeschlossen und konnte mich also nur noch mit einem ganzen Weihnachtsbaum von Infusionsbeuteln und piependen Infusionskontrollgeräten zur Toilette und anderswohin bewegen.

Außerdem war das Verlassen des Stationsflures verboten wegen der höher werdenden Infektionsgefahr---eine klassische Gefängnissituation nur ohne Gitter vor den Fenstern.

 

Nicht nur die Blutentnahmen zählten zu den Highlights der Tage, auch die mindestens dreimal täglich vorzunehmenden Mundspülungen gegen evtl. Schleimhautentzündungen, sind ein Hit.

Wieder schwor die Uniklinik Göttingen auf andere Medikamente als das KKH in Holzminden. Gekrönt wurde das Trio der Medikamente aber von einem Antipilzmittel, das die Farbe eines aus Südchina importierten Beißringes für Kleinkinder, nämlich leuchtend Orange, hatte und ansatzweise nach Passionsfrucht schmecken sollte, was sich aber beim zweiten Hinschmecken schnell wieder als Eindruck zerstreute und einem merkwürdig ekelerregenden Nachgeschmack Platz machte.

Wenn ich Brechreiz während der Chemo verspürte war es immer nach den Spülungen, nicht nach der Chemo selber.

 

Das Essen war abwechslungsreich, aber da ich am Anfang angegeben hatte, dass ich keine rohen Karotten essen kann (die Schwester hatte aber einfach „ohne Karotten“ vermerkt), bekam ich fürderhin überhaupt keine Karotten mehr, auch keine gekochten, was das Farbspektrum des Essens eindeutig in den Bereich grün bis weiß verschob.

Das Optimum dieser farblichen Einfalt wurde dann am ersten Sonntag, dem 15.10. (ein denkwürdiger Tag für einen Ex-Koch wie mich) erreicht.

Weißer Reis, mit weißem Putenfleisch, lackweißer, geschmackloser Soße und weißem Spargelgemüse – ein Traum in Weiß…ich verstand auf einmal, warum man sagt: „Das Auge isst mit“…

 

„Keimreduzierte Kost“ nennt sich das.

Keimreduziert, weil bestimmte Nahrungsmittel zurecht während der infektionsgefährdeten Phasen der Chemos verboten sind, um nicht zusätzliche Komplikationen hervorzurufen.

 

Zweiter Ernährungsschwerpunkt war dann die Rundumversorgung mit Geflügelfleischprodukten.

Ich glaube, ich habe in der gesamten Zeit drei Mal eine andere Sorte Fleisch mittags gegessen.

Mein Zimmerkollege und ich haben bereits gesagt, dass wir nach Rückkehr ins eigene Heim selber Eier legen können.

Oder die Klinik hatte einen Exklusivvertrag mit einem Geflügelhändler…wer weiß?

Aber klagen kann man über das Essen nicht, es war wirklich im Rahmen der Möglichkeiten von sehr guter Qualität. Immer hat es natürlich nicht geschmeckt, denn manchmal war einem einfach die Lust aus Essen vergangen durch die Chemo.

Ich muss aber zugeben, dass die Frikadellen, die der Besuch meines Zimmernachbarn mitgebracht hatte, zusammen mit der eingeschmuggelten Tube Senf, den trüben Alltag doch sehr aufgehellt haben (DANKE noch mal!)

 

Nach den drei Tagen der Chemo konnte ich nur noch dösen.

Alles andere, auch das Lesen, war nicht mehr angesagt, hatte ich doch vorher bereits 2 Romane verschlungen, denn Zeit gibt es ja genug, in der nichts passiert.

 

Eines der Chemotherapeutika war denn auch so aggressiv, dass umfangreiche Gegenmaßnahmen nötig waren, um Blase und Nieren zu schützen. Effekt der vielen, literweisen Infusionen war auch eine Gewichtszunahme um 4 Kilo in noch nicht einmal zwei Tagen—alles eingelagertes Wasser, das dann wieder mit anderen Mitteln und –zig Toilettengängen entfernt wurde.

 

Danach hieß es abwarten und jeden Abend eine Spritze entgegenzunehmen, die pro Injektion meines Wissens um die 500 Euro kostet.

Diese Spritze sollte die  durch die Chemo abgefallenen Leukozytenwerte wieder in die Höhe bringen und gleichzeitig die Stammzellen aus dem Knochenmark animieren, doch bitte ins Blut zu kommen.

Erst passierte gar nicht viel, so dass weitere zwei Romane gelesen werden konnten, dann bekam ich plötzlich heftige, wellenartige Rückschmerzen im Beckenbereich, ein untrügliches Anzeichen erhöhter Aktivität, die Gott sei Dank dann mit schlichtem Paracetamol zu kontrollieren waren.

 

In diesen Tagen, also an Tag 6 bis 9 nach der Chemo fielen meine Leukozytenwerte so stark, dass sie unter den Wert von 1000 fielen (der Normalbereich beginnt irgendwo bei 4000).

Unser Zimmer wurde zum Isolationsraum, Besucher mussten Schutzkleidung anziehen, ich selber durfte nur noch mit Mundschutz auf den Flur.

Im Gefängnis  nennt man das haftverschärfung

 

Am Dienstag, den 23.10. stellte sich dann noch heraus, dass mein Mitpatient den gefürchteten Krankenhauskeim MRSA hatte.

Ich wurde sofort verlegt, Abstriche wurden gemacht, die aber Gott sei Dank negativ ausfielen.

Absolut überraschend für mich war dann der rasante Anstieg der Leukozytenwerte in drei Tagen: 890 – 2900 -- 10000, ein Zeichen für die mögliche Stammzellenentnahme.

Man muss dazu die Stammzellen an Hand von sogenannten CD34 Markern nachweisen und dann schnell reagieren. Verpasst man den Zeitpunkt, muss alles von vorn angefangen werden.

 

Am Mittwoch, den 24.10. war es so weit. Nach einer intensiven Erklärung aller Risiken und des Ablaufs durch den zuständigen Arzt am Tag zuvor, kam ich um 8.30 in den Bereich der Transplantationsmedizin (Zellseparation). Ein Team von zwei Ärzten/Innen und zwei Krankenpflegern/innen kümmerte sich um mich.

 

Wie geht das Ganze?

 

Man liegt im eigenen Bett. An jedem Arm wird ein möglichst gut fließender Zugang gelegt (Ab- und Zufluss), manchmal auch am Hals (was bei mir aber vermieden werden konnte).

Dann wird das Blut mit einer Geschwindigkeit von 100ml pro Minute herausgepumpt, in eine Maschine gespeist. Dort wird es mit ca. 1000 Umdrehungen zentrifugiert. Das Blut wird dadurch in drei unterschiedliche Schichten aufgeteilt, deren mittlere die Leukozyten mit den Stammzellen ist. Aus dieser Schicht wird nun mittels eines justierbaren „Rüssels“ (entschuldigt bitte meine nichtmedizinische Ausdrucksweise) abgesaugt. In einem 5stündigen Prozess kommen so 300ml zusammen, genug für drei Beutel, für zwei Hochdosischemos und ein Ersatz.

Anschließend fließt das Blut in den Köper zurück.

Damit das Blut außerhalb des Körpers nicht gerinnt, wird im Zitrat zugesetzt, was wiederum Calcium entzieht.

Der Körper meldet dies mit kribbelndem Gefühl im Gesicht und an den Extremitäten. Dann wurde wieder Calcium und Magnesium zugesetzt. Alles muss aufeinander abgestimmt sein, aber die Ärzte und Pfleger managten das hervorragend.

Manchmal muss man zwei oder dreimal sammeln, um genügend Stammzellen zu haben.

Ich hatte, Gott sei Dank, nach diesem ersten Mal bereits genug gesammelt und durfte wieder aufs Zimmer.

Ich war zwar müde und die Blutwerte waren auch sehr niedrig, aber doch erheblich weniger angestrengt als ich vermutet hatte.

Die gesammelten Stammzellen werden nun gesichtet, geprüft und dann bei minus 196 Grad in flüssigem Stickstoff mit einem Gefrierschutzmittel eingefroren, so dass man sie später nach der Hochdosischemo wieder zurückgeben kann und so einer neuerlichen, eigenen Blutbildung nichts im Wege steht ---Wunder der ärztlichen Kunst.

 

Ich muss schon sagen, dass eine gewisse Ehrfurcht vor dieser ganzen Technik mich befällt. Jedenfalls schließe ich auch Ärzte und Apparate stets in mein Gebet ein, denn durch sie hindurch erfahre ich ja Hilfe und Unterstützung.

 

Am Freitag sollte eigentlich noch ein Zahn gezogen werden, der evtl. später Probleme machen könnte, aber als die Zahnärztin meinen weißen Teint (lag wohl an den niedrigen Blutwerten und nicht am weißen Essen) sah, hat sie sich entschlossen, diesen Termin auf Montag den 29.10. zu legen. Ich denke, eine weise Entscheidung.

 

So bin ich nun wieder zu Hause und kann mich dieses Wochenende im eigenen Bett und in eigenen Räumen erholen und dankbar sein und „Stammzellenerntedankfest“ feiern. In ca. vier Wochen muss ich dann zur eigentlichen und gefährlichen Hochdosischemo wieder antreten und hoffe, dass der Tumor dann so einen auf den Deckel bekommt, dass er mich erst einmal in Ruhe lässt.

 

 

Stundenlang könnte ich Euch noch Geschichten erzählen, aber da Eure Zeit ja auch begrenzt ist, belasse ich es dabei. Danke an alle, die an mich gedacht haben und weiter an mich denken.


29.10.2007


Mut zur dritten Lücke

Heute Morgen bin ich dann wieder nach Göttingen gefahren, um den "gefährlichen Backenzahn" entfernen zu lassen. Genauer gesagt habe ich mich vom Krankentaxi fahren lassen, weil ich selber ja nach einer evtl. Betäubung schlecht fahren kann und außerdem auch kreislaufmäßig noch nicht so weit bin.

Gegen 12 Uhr war es dann so weit, mein schön golden überkronter Backenzahn (46 für die Spezialisten unter Euch), musste es sich gefallen lassen, das Zeitliche zu segnen. Da er aber noch sehr fest sass und wohl auch mehr Wurzeln hatte als zuerst gedacht, kam die Zahnärztin um das Zertrennen nicht herum.
Alles in allem dauerte die Extraktion ca. 1 Stunde, wobei die Ärztin ganz vorsichtig vorging, um den Blutverlust gering zu halten. Dann noch mit drei Fäden nähen und schon ging es wieder Richtung Heimat.
Alles unter antibiotischer Medikation, damit keine Infektionen sich breit machen.
Abends, als die Betäubung so richtig abgeklungen war, gingen dann die Schmerzen los. Ohne Schmerzmittel nicht zu ertragen, aber das wusste ich ja vorher, außerdem hinterlässt so ein Backenzahn halt eine Art Trennungsschmerz, damit man ihn nicht so schnell vergisst.

Ab sofort war ich dann ein "Linkskauer" - allerdings auch mit nicht all zuviel Erfolg, da links ja die beiden ersten Lücken vom Juni sind. Muss ich mich jetzt bald in die Fraktion der Püree-Menschen einreihen? Nun, wir werden sehen.

30.10. - 3.11.

Ich fasse diese Tage zusammen, weil sie geprägt waren von den immer noch aktiven Zahnschmerzen. Erst am Samstag war es so weit, dass  ich beschwerdefrei war und ab dann ging es auch besser. Vorher immer wieder Schlafphasen, Ausruhen, Paracetamol zur Linderung und keine rechte Lust zu irgendetwas.

Am Dienstag schließlich ein denkwürdiger Tag. Ich lasse meine Haare abschneiden, denn mittlerweile sieht mein Kopfkissen morgens so aus als hätte ein Bernhardiner darauf nachts seine Haare verloren. Sie gehen büschelweise aus. Dann doch lieber eine schicke "Stoppelhaarfrisur".
Um das Ganze ein wenig humorvoller zu gestalten, habe ich dem Friseur gesagt, er möge die Haare doch "stufig" schneiden.
Einen Moment lang schaute ich in ein fragendes Gesicht, dann ein breites Lachen.
Ich könnte mühelos jetzt in der ersten Aufnahmeprüfung für die Fremdenlegion bestehen, allerdings nur in der ersten.
Es ist um den Kopf herum nun sehr kühl, aber eine Baumwollmütze schützt vorerst vor dem kältesten Wind. Später werde ich wohl in etwas wärmere Mützen investieren müssen.

Hier ein Schnappschuss vom 6.11.2007.
Kurze Haare und der berühmte "Stiernacken" nach Cortison! Ach ja, und der Bart ist ab!



 2.11.2007
Am Freitag Besuch vom Superintendenten, wir hatten uns lange nicht ausführlich unterhalten und ich fand es schön, dass er sich aufgemacht hat. Manchmal ist der Tag doch lang, wenn nichts weiter passiert und keiner kommt oder anruft. Und ich selber habe auch nicht immer den Antrieb los zu gehen, zumal ja immer die Frage der Infektionen eine Rolle spielt und man in der momentanen Zeit nicht weiß, wer erkältet ist etc pp.

Am Samstag dann kündigen sich zwei Hermannsburger für Sonntag an, weil im Kirchenkreis Missionssonntag ist.
Mit beiden habe ich eine ganze Zeit lang studiert und deshalb freue ich mich auf die Begegnung, wenn es auch teilweise nur sehr kurze Begegnungen sind.

4.11. Sonntag

Gegen 8.45 kommen Hermann D. und ein südafrikanischer Pastor, der in Deutschland groß geworden ist, weil sein Vater als Austauschpastor hier tätig war. Wir frühstücken schnell etwas zusammen und um 9.30 hält Hermann Gottesdienst. Seit längerem kann ich wieder einmal mitmachen, merke aber, das nach jeder zweiten Liedstrophe eines Liedes mein Kreislauf sich in Erinnerung bringt. Gut, dass andere auch singen, hihi.

Nach dem Gottesdienst muss Hermann schnell weiter, weil er noch einen zweiten im Nachbardorf leitet.
Ich gehe nach Hause und empfange gegen 11h45 Kicco S., der in zwei weiteren Gemeinden Gottesdienste gehalten hat.
Wir essen zusammen und unterhalten uns bis gegen 14.30h ehe er wieder nach Hildesheim fährt.
Eine gute Zeit war das und ein guter Austausch. Insgesamt ist der heutige Sonntag wesentlich weniger anstrengend als die Tage zuvor, es scheint also bergauf zu gehen.

6.11. Dienstag
Blutabnehmen beim Onkologen. Mal wieder sehen, wo die Werte liegen:

HB- 10,7
Leukozyten- 5300
Thrombozyten- 396.000

Klingt nicht schlecht nach den Tiefstwerten noch vor 2 Wochen. Es scheint wirklich bergauf zu gehen und das macht Mut, denn schließlich soll ja dann im Dezember die Hochdosischemotherapie stattfinden und da geht es wirklich zur Sache.