Dienstag, 13.1.2009
Manch einer wird sich gefragt haben, warum ich gar nichts mehr schreibe. Einige haben es geahnt, dass die Weihnachtszeit für einen Pastor mit den damit verbundenen Gottesdiensten eine ganz schöne Arbeitsbelastung darstellt und wenige wussten auch, dass ich einige Tage Urlaub hatte und erst jetzt langsam wieder in die Normalität des Alltags auftauche.
Es ist so weit alles in Ordnung - um es gleich vorweg zu sagen.
Zwar lag ich gestern den ganzen Tag im Bett, weil sich eine Erkältung ankündigte und ich dann immer lieber gleich reagiere, aber da kein Fieber dabei war, sondern "nur" Husten, ist das alles nicht so schlimm. Bin wieder auf den Beinen und bevor ich mit dem Alltag beginne, wollte ich doch hier wieder ein bisschen etwas schreiben.
In den vorangegangenen Abschnitten hatte ich Euch ja beschrieben, wie die Weihnachtszeit für mich gestaltet war. Es war schon heftig mit diesen insgesamt 16 Gottesdiensten in 7 Tagen (davon 12 für mich) aber ich bin erst einmal froh, dass ich dieser Belastung Stand halten konnte. Das ist ja nach wie vor nicht selbstverständlich.
Froh war ich auch über 4 Tage direkt nach Weihnachten und weitere 5 Tage vom 4. bis zum 9. Januar, die ich Urlaub machen konnte im schönen Odenwald. Seit Samstag 10.1. bin ich wieder im Dienst und
nun heißt es langsam wieder an Fahrt zu gewinnen, denn einige Dinge liegen vor mir.
Zum einen eine Konfirmandenfreizeit zusammen mit den Kollegen aus dem nahe gelegenen Stadtoldendorf - das ist gut, dass wir diese Dinge zusammen machen können und nicht jeder alleine alles arrangieren muss. Und dann bekomme ich zwei kurzfristige Praktikanten/innen, die in den Pastoren/Kirchenalltag integriert werden wollen. Auch mal wieder eine neue Erfahrung. In Afrika hatten wir zwar immer Praktikanten, aber hier ist das ja noch mal wieder etwas anderes.
Eine Sache schiebe ich echt vor mich hin, das ist die Zahnsanierung. Ich weiß nicht warum, vielleicht liegt es einfach auch an der Arztmüdigkeit oder Behandlungsmüdigkeit, aber irgendwie finde ich immer gute Ausreden, warum gerade jetzt die Sanierung noch warten muss.
Nun, dann werde ich wohl in mich gehen müssen und bald mal Termine absprechen. Dabei werden sicher zwei Zähne (oder was davon noch übrig ist) dran glauben müssen und dann komm ich echt um Zahnersatz nicht mehr herum.
Aus Göttingen habe ich nichts weiter gehört. Dann müssen die Werte vom letzten Termin wohl im normalen Bereich liegen. Da der eigentliche Arztbrief immer einige Zeit dauert, gedulde ich mich halt.
Das ist auch ein gutes Zeichen dafür, dass man nicht allzu sehr in Gedanken verfallen ist, die die Krankheit betreffen.
Für heute, macht es gut und bis bald wieder.
Motto:
"Friert es im Januar Stein und Bein,
muss das wohl der Winter sein!"
aus dem 102-jährigen Kalender
Mittwoch, 28.1.2009
Ich habe es tatsächlich geschafft, zum Zahnarzt zu gehen. Erst dachte ich, er würde mir gleich die beiden schlimmsten Genossen ziehen, aber da hatte ich mich in den wohlplanenden Ärzten getäuscht. Schließlich geht es ja nicht nur darum, die Ärgernisse zu entfernen, sondern auch darum, das Esszimmer wieder einigermaßen wohnlich herzurichten. Denn mit 6 Zahnlücken im Oberkiefer ist das Kauen ja dann doch eher auf dem Niveau eingetunkter Brötchen als auf Krustenbrötchen.
Nun haben wir beschlossen, erst einmal einen Kostenvoranschlag zu machen, dann die Kassen so weit als möglich zu beteiligen, dann die finanzielle Lücke irgendwie zu schließen bei der Eigenbeteiligung, und schließlich den entscheidenden Tag anzuberaumen.
"Dann nehm ich mir einen ganzen Vormittag für sie Zeit!" - klingt doch toll, oder? Meint aber:
"Dann werde ich sie stundenlang traktieren mit allen Extraktionen, die nötig sind, allen Schleifarbeiten un d zusätzlich noch mit einer hässlichen Zahnfleischsanierung. Danach werden sie sich fühlen und aussehen wie Dracula, werden ein schlecht passendes Provisorium im Mund haben und in ungefähr drei Wochen wird dann der eigentliche Ersatz hoffentlich passen."
Nur für die, die die angenehmen Sätze der Zahnärzte nochmal intepretiert haben wollen. Ich habe schließlich eine längere Zahnarztkarriere schon hinter mir mit allerlei Wurzel- und sonstigen Behandlungen.
Gleichzeitig soll der Zahnerstaz so konzipiert sein, dass er auch noch verwendet werden kann, wenn doch noch ein Stützpfeiler ausfallen sollte. Implantate kommen wegen der Gefahr von KIefernekrosen bei evtl. EInsatz von Bisphosphonaten (krieg ich noch nicht, aber wer weiß) nicht in Frage.
Er will nun einen sogenannten Teleskopersatz konstruieren, der auf mehreren Stützpfeilern (beschliffene, mit einer Metallkappe versehenen Zähne) aufsitzt und festsitzt, also nicht einfach rausfällt, sondern parallel eingepresst wird und dann nur in einer Richtung wieder rausgeht, wenn nötig.
Bin gespannt.
Dabei müssen übrigens auch meine beiden Frontzahnreste dran glauben, die bisher mit Kronen noch gehalten hatten, jetzt aber nur noch an einem kleinen Stift hängen.
Kurz gesagt: Ich werde älter und die Chemos haben das Ihre dazu getan.
Aber ich kann halt nicht dauernd zuwarten und die manchmal aufkommenden Schmerzen mit Grappa-Spülungen betäuben--obwohl die Methode gut funktioniert und auch noch lecker sein kann.
Soweit für jetzt!
Motto:
"Wenn die Zahnärzte freundlich werden, steigen die Kosten!"