2.3.2009 Ein Tag nach dem meterologischen Frühlingsanfang
Ich bin wieder im Dienst seit heute Morgen.
Das ist gut so und wird mich sicher wieder noch schneller auf die Beine bringen.
Aber "gut Ding will Weile haben".
Heute Mittag habe ich jedenfalls gemerkt, dass ich nicht ohne Mittagspause auskomme. Die Zeit auf der Couch hat mir dann auch sehr gut getan und wieder Kräfte zurückfließen lassen.
In den nächsten Tagen werde ich sehen, wie die Kräftereserven aussehen und ob so langsam wieder Normalität einzieht.
Ich habe in den letzten Tagen einen schönen Text auf der Internetseite einer Rechtsanwaltskanzlei gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten wollte:
"So funktioniert die Finanzkrise
Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg.
Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft, hauptsächlich alkoholkranke Hartz IV Empfänger, auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren.
Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandys Bar.
Da die Kunden sich um diese Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessiv die Preise für den
Alkohol und erhöht damit massiv ihren Umsatz.
Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er
sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.
Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte
Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND (R), ALKBOND (R) und DRUNKBOND (R).
Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA, Super Prima Anleihen, und werden bei einer usbekischen Online Versicherung per eMail abgesichert.
Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.
Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren.
Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.
Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, daß es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen.
Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz IV Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Mandy
macht Konkurs. SUFFBOND (R) und ALKBOND (R) verlieren 95 %, DRUNKBOND (R) hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20 %.
Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüssen von einer ausländischen Investorengruppe übernommen.
Die Bank wird durch Steuergelder gerettet.
Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.
Ähnlichkeiten mit eventuell ähnlichen Konstellationen in der internationalen Finanzmarktszene wären rein zufällig und keineswegs beabsichtigt.
(Autor unbekannt)"
Quelle: Homepage von MERZARNOLDWÜPPER
Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte
Motto:
"Irgendwann ist auch die beste Krankschreibung vorbei!"
Montag, 9.3.2009
Wieder eine Woche ins Land gegangen. Die ersten Tage im Dienst waren anstrengend, besonders das gerade abgeschlossene Wochenende. Am Freitag habe ich so richtig Sklavenarbeit gemacht. Einladungsbriefe an 212 Empfänger herstellen, drucken, knicken und eintüten und dabei aufpassen, dass wirklich jeder seinen Brief bekommt und nicht den des anderen. GUt, für manchen unter Euch heißt es jetzt: "Wieso, wo ist das Problem?"
Nun, wir haben hier halt keine Faltmaschinen und Leute, die so etwas machen, sondern da muss dann schon einmal auch der Pastor ran, hihi. Ich hatte einen Schüler, der ein Praktikum macht bei uns dabei, da ging es etwas flotter.
Abends dann Weltgebetstagsgottesdienst mit dem Schwerpunkt Papua-Neuguinea mit anschließendem Treffen - da war ich erst gegen 22.00 Uhr wieder zu Hause.
Und am Samstag dann abends ein tolles Gospelkonzert in einer unserer Kirchen.
Übrigens ein gutes KOnzept: Gospelchor auf Zeit. Man kann mitmachen, ohne sich permanent verpflichten zu müssen. 7 Mal üben, dann ein KOnzert, dann wieder nichts und im nächsten Jahr ein neues Projekt. Über 60 Sängerinnen und Sänger waren dabei. Da kommt dann auch der richtige Swing auf.
Sonntag war dann wieder Generalprobe. Wie schafft der Melcher 2 Gottesdienste hintereinander. Ergebnis: Er schafft es, aber danach erst einmal 1,5 Stunden schlafen, dann ging es wieder.
Die Grenzen bleiben eng gesteckt und ich muss es ir immer wieder sagen, dass nichts so ist wie vor der Krankheit. Trotzdem bin ich froh, überhaupt diesen Dienst so tun zu können.
Die nächsten Tage sind auch gut angefüllt mit Aufgaben, vor allem am nächsten Sonntag, wenn wir mit den Konfirmanden einen Gottesdienst gestalten. Da bin ich jetzt schon gespannt, ob das alles so klappt. Ich glaube es wird einer der kürzesten Gottesdienste, den ich je hier gefeiert habe. KOnfirmanden sind und bleiben Minimalisten. Bloß nicht zu viel machen...kein weiterer Kommentar.
HIer auch mal wieder der HInweis auf die Internetseite www.myelom.org
Im Forum gibt es immer sehr informative und auch diferenzierte Beiträge. EIn kleiner aber untereinander sehr hilfreicher Kreis von Betroffenen, die sich über die Myelomerkrankung austauschen und sich gegenseitig Mut machen. Durch die Eingrenzung auf eine Krankheit kommt es auch nicht zu einem Verfasern der Beiträge.
Im Krebskompass, einer anderen Seite im Netz, ist durch die unendliche Vielzahl von Krankheitsbildern des Krebs, die sich dort treffen, eine Übersicht wirklich oftmals sehr schwierig.
So, nun werde ich mal wieder an mein Tagwerk gehen, es gibt einiges zu erledigen und vorzubereiten, damit ich unter der Woche nicht ins Schleudern komme.
Manchmal ist es nicht einfach, wenn man auf Knopfdruck "Geistliches" produzieren soll.
Motto:
"Auch Konfirmanden sind nur Menschen!"