Schon wieder ein neuer Monat - heute am 2. Mai scheint draußen herrlich die Sonne, nach einem etwas diesigen Anfang am Morgen.
In wenigen Tagen werde ich in Göttingen zum CT fahren und hoffen, dass meine Knochen nicht aussehen wie ein Schweizer Käse. Bisher hatte ich ja mit Knochenläsionen noch nichts groß zu tun, denn die sind ja eine der hauptsächlichen Nebenwirkungen des Myeloms.
Gleichzeitig kämpfe ich mich mit der Zahnbehandlung durch die Tage. In den ersten drei Tagen habe ich doch einiges an Paracetamol genommen, um die Druck- und Abschiedsschmerzen der gezogenen Zähne zu verkraften. Am 30.4. hatten wir dann abends Besuch von zwei Pilgerinnen (es gibt hier einen neuen Pilgerweg von Loccum nach Volkeroda) von denen eine in einer Apotheke auch mit Homöopathie arbeitet und mir den Tipp gab, doch mal Arnika-Kügelchen zu probieren. Wie es der Zufall so will, hatte ich seit einer anderen Zahnsache noch welche im Haus und siehe da: es funktioniert! Erstaunlicherweise lassen die Schmerzen nach der Einnahme der Arnikakugeln fast augenblicklich nach. Es ist schon erstaunlich und das Ganze ohne große weitere Schmerzmittel!
Kann Euch also nur empfehlen bei Wund- oder Zahnschmerzen gleich nach der Behandlung mit Arnika gegen zu steuern, mir hat es schon sehr gut geholfen.
Gerade heute Morgen wachte ich gegen 4 wieder mit Schmerzen auf, nahm ein paar Kügelchen und schon 10 Minuten später war ich wieder schmerzfrei und eingeschlafen...wenn das nix ist!
Am kommenden Dienstag muss ich dann wieder zum Zahnarzt zur "Anprobe" der Prothese (eine sog. Teleskopschiene, die ohne eine Gaumenplatte auskommt und auch größere Entfernungen wegen fehlender Zähne überbrücken kann und auch noch weiter verwendet werden kann, wenn ein weiterer Zahn ausfallen sollte).
Das Provisorium verdient nämlich seinen Namen voll und ganz, weil es nicht ganz richtig sitzt, außerdem einige scharfe Ecken und Kanten hat und weil ich natürlich mit dem neuen Ding noch nicht zurecht komme. Ich lisple jetzt ein bißchen und auch die Tatsache, dass man bei solch einer Versorgung plötzlich keine Zahnlücken mehr hat, sondern eher so eine Art Eiger Nordwand vorn, ist nicht gerade einfach zu erlernen.
Morgen habe ich einen Taufgottesdienst und nachmittags ist Seniorengottesdienst mit Kaffeetrinken angesagt. Über 75 Leute haben sich schon angemeldet...nicht schlecht.
Und was auch ermutigend ist: Der Kirchenkreis hatte alle Eltern mit Kindern, die noch nicht getauft sind eingeladen zu einem großen Tauffest im Juni ins Kloster Amelungsborn, einem alten Zisterzienserkloster, das nun zu unserem Kirchenkreis gehört. Man hatte so mi 30-40 Anmeldungen gerechnet und muss nun feststellen, dass das so gut angenommen wird, dass schon 98 Kinder getauft werden sollen. Nicht schlecht!
Da kommt man dann nicht umhin, zwei Gottesdienste zu feiern, denn im Kloster kann man "nur" 600 Leute auf einmal unterbringen und wenn aus jeder Familie zwischen 10-12 Personen kommen, sind das ja schon weit über 1000.
So, nun will ich noch einige Dinge fertig kriegen wie Gemeindebriefartikel schreiben, eine Andacht für die Lokalzeitung etc pp. Außerdem werde ich die Zeit heute nutzen und wieder etwas weiter für die Amateurfunkprüfung lernen. Gesetze und Vorschriften stehen gerade auf der Speisekarte.
Motto:
"Auch mit weniger Zähnen
kann man sich im Leben noch durchbeißen!"
Donnerstag, den 14.5.20009
Es sind schon wieder 12 Tage geworden, in denen ich hier nichts geschrieben habe, dabei ist doch wieder einiges passiert.
Wer den Stichpunkt aktuell gelesen hat, weiß bereits, dass das CT vom 6.5. wohl einen Verdacht auf Infiltration im distalen Brustwirbelbereich ergeben hat und nun ein MRT nachgeschoben werden soll, damit man auch die Weichteile besser erkennen kann, da das CT ja Röntgenstrahlen sind, die vor allem das knöcherne Skelett darstellen.
Ansonsten hat das CT aber keine Osteolysen, also Knochenauflösungen oder Löcher, ergeben, was schon mal sehr gut ist.
Und außerdem hatten ja die Blutwerte keine großen Abweichungen vom Normalen.
Klar, dass solche "Verdachtsmomente" einem immer einen mittleren Schrecken einjagen, aber dennoch heißt das ja noch gar nichts.
Es gibt Betroffene, die schon vor den Therapien mit Wirbeleinbrüchen wildester Art zu tun hatten und nun auch noch relativ normal leben können. Also, mutig heran und sehen, was kommt.
Eine nette Anekdote für den Umgang mit Krebs am 6.5. beim Warten auf das CT.
Eine Frau wartete auf ihren Mann, der gerade zum CT reingegangen war.
Plötzlich hörten wir den Lautsprecher im Behandlungsraum:
"Bitte tief einatmen, Luft anhalten, weiteratmen!" - der Standardsatz beim Röntgen!
Auf einmal fing die Frau neben mir herzhaft zu lachen an. Auf meine verdutzte Frage, was denn sei, sagte sie:
"Ach, wissen Sie, mein Mann hat Kehlkopfkrebs, er kann gar keine Luft mehr anhalten!"
Wir haben beide schön gelacht und ich dachte mir,so muss man mit dem Krebs umgehen.
Dann wird das scheinbar Normale (Luftanhalten) zum Lächerlichen und der Krebskranke wieder "normal".
Ein wunderlicher und heilsamer Wechsel in der Lebensauffassung.
Habe mich nun auch definitiv für die Amateurfunkprüfung zur E-Lizenz (der kleinen Amateurfunklizenz) angemeldet.
Am 27.5. um 10 Uhr ist es in Hannover so weit.
Bitte alle die Daumen drücken, denn ich muss schon sagen, dass ich dieses lin Afrika lieb gewordene Hobby schon vermisse.
In Gedanken baue ich bereits einige Antennen, HF-Erdungseinheiten und Funkstationen hier auf.
In den Probeprüfungen, die man im Internet machen kann, liege ich auch im grünen Bereich. Man muss 73% richtige Antworten haben und meist liege ich um die 90%, das sollte jetzt genügen als "Überlappungsguthaben".
Motto:
Normal ist, was man als normal betrachtet!
Samstag, den 30.5.2009
Ehe ich wieder an die Vorbereitungen für Pfingsten gehe, möchte ich doch noch ein wenig berichten über die letzten Tage. Und wenn ich letzte Tage schreibe, dann vor allem alles, was seit Dienstag gewesen ist.
Am Dienstag war ich in Holzminden zum Spülen des Ports. Bin ja nach dem Anpfiff durch den Prof in Göttingen ein folgsamer Patient gewesen.
Wie immer, hat man in Holzminden den Port nicht rückläufig bekommen, aber das war mir fast schon vorher klar.
In Göttingen hatte das immer geklappt, in Holzminden eigentlich noch nie so richtig.
Nun denn, es wird einen Grund haben.
Wahrscheinlich werde ich mich aber auch bald wieder von diesem Ding trennen müssen, denn, so die Aussage des Prof. in Göttingen, man sollte ihn so ca. 2 Jahre drin lassen und dann wieder herausnehmen.
Wie alles haben natürlich auch solche HIlfen eine gewisse Lebensdauer und mit zunehmender Zeit erhöht sich die Gefahr von Thrombosen oder anderer materialbedingter Probleme. Nun denn, wir werden sehen, wie die nächsten Monate aussehen und dann werde ich wohl im August dieses Thema noch einmal vorbringen.
Dienstag Abend ging es dann nach Hannover zum Besuch bei Funkfreunden, weil ich ja am Mittwoch meine Amateurfunkprüfung machen und nicht morgens irgendwo auf der Autobahn im Stau stehenbleiben wollte.
Das hat auch alles gut geklappt, nur hab ich mich dann morgens in der Stadt verfahren und bin dort in einen Stau gekommen.
Da war es 20 Minuten vor Prüfungsbeginn.
Ihr könnt euch vorstellen, welche Streßphasen mein Körper durchlebt hat. Aber, Gott sei Dank, fand ich dann den Weg und war so ca. 9.45 vor Ort, um 10 Uhr ging es dann los.
Ich hatte gut gelernt und deshalb war die Prüfung dann auch nicht schwerer als gedacht. Bei zwei oder drei Fragen fiel mir auf, dass ich diesen Bereich vielleicht doch etwas intensiver hätte bearbeiten sollen, aber letztendlich habe ich die Prüfung zur kleinen E-Lizenz bestanden und darf jetzt unter dem Rufzeichen DO8MSH funken.
Endlich!
Endlich wieder das Hobby ausüben, das so gar nichts mit anderen Betätigungsfeldern meines Berufes zu tun hat und deshalb auch ein ideales, entspannendes Hobby ist. Zweckfrei und, wie Außenstehende sagen würden, vollkommen nutzlos...das ist ja das Wunderbare an einem Hobby.
Jetzt habe ich in meiner freien Zeit immer etwas vor und habe außerdem endlich wieder die Möglichkeit, wirklich völkerverbindend mit allen möglichen Ländern und Menschen in Kontakt zu treten.
Ich könnte jetzt ins Schwärmen kommen, aber ich wollte ja weiter erzählen.
Am Donnerstag dann ging es früh nach Göttingen, denn um 9.30 Uhr war der angebliche MRT-Termin.
Ich meldete mich also brav in der Ambulanz, bekam einige Aufkleber als Rechtfertigung meines Daseins in die Hand und dann ging es in die Katakomben des Uniklinikums zu den Türen, die durch große gelbe, dreieckige Hochfrequenzstrahlungsschilder gekennzeichnet sind.
An der ersten Tür schickte man mich gleich weiter zum Kollegen. Der Kollege schickte mich dann an einer anderen Tür wieder zurück zur Kollegin und die eröffnete mir, dass es gar keinen Termin für mich gäbe.
Mit den Worten: "Mich haben sie nicht gewollt!" - stand ich dann wieder am Tresen der Ambulanz.
Kopfschütteln und ungläubige Blicke, dann ein Telefonat und es war klar, hier lag wohl ein ziemlich klassisches Missverständnis vor---jedenfalls war der Termin geplatzt.
Ich wartete dann auf den Arzttermin und dabei wurde deutlich, dass der Befund des CT nicht unbedingt bedeutet, gleich panisch zu werden und ein teures MRT anzufertigen, sondern dass man das Ganze erst einmal beobachten kann. Nun gut!
Die abgenommenen Blutwerte sind, so weit sie schon fertig waren, dann auch gut. Der HB-Wert lag mit 14,6 so hoch wie seit 2007 nicht mehr, na also.
Leider hat man beim CT das schmerzende Knie, das ich mal angesprochen hatte, doch nicht abgebildet, nun muss ich also wieder mal einen Termin beim Orthopäden (die Ärzte sollen ja in allen Bereichen etwas an mir vrdienen!!) machen und schauen, was das sein kann. Muss aber nicht unbedingt etwas mit der Krankheit zu tun haben.
Tja, und als ich dann gegen 12 Uhr wegfuhr aus Göttingen hieß es, auf dem Rückweg noch in Einbeck anzuhalten, um beim Zahnlabor meine neuen Zähne justieren zu lassen.
Insgesamt drei Stunden habe ich dann dort wie Dracula mit meinen Goldkappenstümpfen gesessen, während der Techniker die letzten Arbeiten an der Prothetik gemacht hat.
Nun passt es besser und geht vor allem etwas leichter raus. Das sass so fest, dass man fast einen Presslufthammer brauchte, um es wieder heraus zu bekommen.
Es ist schon ein tolles Gefühl, jetzt endlich wieder einmal gut und ohne Schmerzen zubeißen zu können, auch wenn es natürlich anders ist, auf "eigene Zähnen" zu kauen.
Tja, und jetzt heißt es das Pfingstwochenende vorbereiten. Heute um 13 Uhr eine Hochzeit mit Taufe, und an den Pfingsttagen 4 Gottesdienste mit 2 Taufen. Da wird mir nicht langweilig.
Alles Gute und schöne Pfingsten
Motto:
Auf eignen Zähnen beißen, ist besser als sie rauszureißen!