Donnerstag, den 1.10. 2009
Wer Aktuell gelesen hat, weiß es bereits. Ich wurde wieder einmal von einer heftigen Erkältung flach gelegt. Gott sei Dank ohne Fieber aber doch so, dass ich die Qualität meines Bettes wieder bis ins Letzte testen konnte. Gut, dass es so etwas gibt...ich kann es immer nur wiederholen.
Nachdem ich am Samstag schon gespürt habe, dass etwas nicht stimmen konnte, habe ich dann noch am Sonntag den Gottesdienst zur Goldenen Konfirmation mit anschließendem (halben) Mittagessen mitgemacht, aber dann ging nichts mehr. Und da gilt dann die Devise: Ab ins Bett, das ist das Beste, was Du tun kannst. Blöd nur, dass man als Pfarrer immer noch selber die Vertretung organisieren muss. Habe mich wieder einmal gefragt, wie man das machen soll, wenn man nicht mehr telefonieren kann?
Da ich am Dienstag eine Beerdigung gehabt hätte, musste ich erst 7 (sieben!) Telefonanrufe tätigen ehe ich eine Vertretung (Dank an den Kollegen!). Vieles kann man ja ausfallen lassen, aber so eine Beerdigung muss ja dann doch stattfinden.
Als es dann wieder ging gestern habe ich erst einmal eine Chronik unseres Backofenbaus angefangen zu schreiben. Die wird dann noch mit einschlägigen Fotos versehen und steht danach nicht nur den Mitarbeitern sondern allen Interessierten zur Verfügung. Werde sie als PDF abspeichern. Wer also mal Interesse hat, die witzige Entstehungsgeschichte unseres Ofens zu lesen, der schreibe mir eine kurze Mail, dann schick ich das PDF gerne.
Hier aber erst einmal ein Foto von unserem Gewölbe nach der Entfernung des Holztraggerüstes. Ich finde, das ist für absolute Baulaien eine ganz gute Sache geworden.
Nun muss noch der Boden mit Isolierung und Schamottesteinen belegt werden, die Tür muss gemacht werden und die Platte davor. Außerdem wird der Überbau noch verfließt bzw. verputzt und dann geht es an den Schornstein und das Rauchrohr und dann sollte ein erstes vorsichtiges Anheizen möglich sein. Ganz sacht, damit nicht gleich alles reißt und springt. Werde Euch auf dem Laufenden halten.
So, das soll es erst einmal gewesen sein für heute. Ein ander Mal mehr!
Motto:
"Der Körper nimmt sich eine Auszeit, wenn er sie braucht!"
Mittwoch, 27.10.2009
Wenn schon Leser dieser Homepage darauf hinweisen, dass ich wieder einmal etwas Neues schreiben müsste, wird es wirklich höchste Zeit. Nun, es ist halt doch immer etwas los und ich habe oft abends auch nicht mehr genug Ausdauer, um dann noch hier einen neuen Eintrag zu verfassen. Da ich sowieso permanent am Verfassen von Dokumenten bin, ist es dann irgendwann auch mal gut...und dann setz' ich mich vor unsere "Else" (das ist der Namen, den wir dem Kaminofen gegeben haben) und starre in die tollen Flammen und freue mich an wohliger Wärme. Das ist dann schon ein ziemlich gerütteltes Maß voll Lebenslust, was dann aufkommt.
Zu den Namen für Haushaltsgeräte sei noch ergänzt:
Neben Else gibt es noch "Chantal" - die Spülmaschine, die unbeteiligte ZUhörer manchmal für ein Au pair Mädchen halten, wenn wir darüber sprechen. Außerdem "Lavignia" die Waschmaschine (laver heißt ja waschen in Französisch) und "Martha" ist der Küchenherd, inspieriert von der biblischen Geschichte um Maria und Martha, in der sich "Martha" ja viel in der Küche zu schaffen machte.
Es ist dann viel netter ein Gespräch zum Haushalt zu führen:
"Ich heize Else mal ein bißchen ein" oder "Hast Du Lavignia schon gefüllt?" und "Wie sieht es mit der Reinigung von Martha aus?"
Nun aber der Reihe nach.
Klar beschäftigt mich der Backofen weiterhin sehr. Wir sind nicht sehr viel weiter gekommen, allerdings haben wir jetzt eine Stromleitung und Lampen bzw. Stckdosen installiert und sind damit von unserem Verlängerungskabel weg. Eine große HIlfe. Der Schornstein steht halb und soll am kommenden Samstag weitergehen. Heute warte ich auf einen Anruf eines Fliesengeschäftes, bei dem ich Bodenfliesen bestellt habe und die Nachbarn haben noch einige Gehwegplatten mit deen ir die Zuwegung gestalten wollen, denn augenblicklich wandert man eher durch Schlamm als auf trockenen Pfaden.
Dann war ein Highlight der letzten Wochen der Patiententag zum Myelom in Heidelberg, zu dem ich vom 24.10. bis 26.10 gefahren bin. Eigentlicher Tag war der Sonntag mit sage und schreibe 10 Vorträgen. Das Ganze war ein wenig zu überfrachtet mit komprimierter Info und wer nicht schnell im Lesen und Erfassen der Powerpointbilder war, der nahm nicht viel mit.
Da könnte man in Zukunft etwas besser untereinander abstimmen und auch sehen, welche Dinge nicht 4 Mal wiederholt werden müssen. Es waren 200 Personen eingeladen, der Hörsaal war voll und relativ unbequem zum Sitzen für Leute mit langen Beinen und einem etwas mehr ausladenen Bauch wie mich. Man fühlte sich wie in der Economyclass eines Flugzeuges nur dass niemand herum kam und Getränke verteilte. Zum Ende musste ich aufstehen und hinten im Saal quasi wie an einem Stehtisch mich aufstellen.
Gut waren die Begegnungen mit allen, die im Myelomforum schreiben und mit denen ich teilweise seit 2,5 Jahren im Kontakt bin. Schon am Samstag hatten wir einen schönen Nachmittag in einem Straßencaf´der Fußgängerzone und einen Abend der Begegnung im "Möhrlin", das sich dann als "Merlin" entpuppte.
Am Samstag ging es bereits um 8 Uhr los, allerdings mit ersten Einführungen in das Myelom. Die habe ich mir geschenkt und bin dann um 9 Uhr angereist. Und dann ging es eigentlich mit unwesentlichen Pausen weiter bis 17 Uhr. Danach waren alle Pläne zu einem weiteren Treffen wegen Erschöpfung bei den meisten nicht mehr möglich. Wir trafen uns dann mit 4 Personen noch in einem Restaurant neben dem Bahnhof, um etwas zu Abend zu essen und um dann das Weite zu suchen.
An Ergebnissen gab es nicht allzuviel Neues, allerdings mutmachende Forschungen zu neuen Substanzen und Studienreihen zur Anwendung der neuen Medis wie Thaliodomid/Revlimid/Velcade.
Die eigentlich philosophische Frage war:
Soll man bereits am Anfang mit möglichst viel Intervention die Krankheit bekämpfen um eine sehr tiefe Remission zu erreichen, oder sollman im Sinne einer chronischen Krankheit immer dann weiter behandeln, wenn wieder ein Rezidiv kommt. Ich fand es ermutigend, dass bei allen statistischen Ergebnissen und medizinischen Überlegungen letztlich doch die Frage nach der Entscheidung im Einzelfall im Vordergrund steht. Man kann bei dieser vielfältigen Krankheit keine einfachen Lösungen und Lösungswege in Absehung von der ganz persönlichen Geschichte treffen.
Alle ergänzenden Massnahmen in der alternativen oder komplementären Medizin müpssen vorsichtig gehandhabt werden, weil manche gutgemeinte Stärkung des Immunsystem gleichzeitig eine Stärkung des Myeloms bedeuten kann. Also Vorsicht vor MIstel und Konsorten.
So weit für heute.
Motto
von Prof. Durie auf dem Patiententag zu der Frage, ob man gleich voll behandeln soll oder nur nach und nach:
"If you don't live early, you won't live later!"