Samstag, 10.7.2010
Wir waren gerade wieder zur Tür hereingekommen nach einem schönen und heißen Tag bei einer Hochzeit, als der zuständige Arzt aus Göttingen angerufen hat (wohlgemerkt an einem Freitag um 18 Uhr!!!) und mir mitgeteilt hat, dass bei der Untersuchung per MRT am 23.6. kein Befund herausgekommen wäre, zumindest keiner, der auf einen Fortschritt beim Myelom zurückzuführen ist.
Die beiden Buchstaben o.B., die ich dann notiert habe, sind mir eigentlich die liebsten, denn sie beruhigen doch ungemein.
Man hat zwar gesehen, dass im Bereich der Halswirbelsäule Veränderungen zu erkennen sind, die man aber auf Abnutzung durch das "Alter" (hüstel!!) zurückführt.
Hier könne man bei Beschwerden (die ich dort im Moment nicht habe) immer noch konventionell mit physikalischer Therapie durch einen Orthopäden etwas machen. Nun denn, der Zahn der Zeit nagt halt beständig weiter.
Auch im Blutbild sind keine schwerwiegenden Veränderungen zu erkennen.
Wohl ist in der Immunfixationselektrophorese immer noch ein erhöhter Kappa-Leichtkettenanteil erkennbar, aber auch das war vorher schon bekannt und deutet nicht auf einen Progress.
Diese wundervoll verständlichen Ergebnisse bedeuten also:
An der Myelomfront nichts weiter los, Stellung halten und beobachten und ansonsten das Leben weiterleben.
Interessant der Satz auf meine Aussage:
"Ich komme dann ja eh zum regulären Untersuchungstermin im August wieder nach Göttingen."
Antwort des Arztes:
"Dann freuen wir uns, Sie dann hier wieder zu sehen!"
Klingt fast wie die Verabschiedung nach einem Urlaub im Hotel, wenn man verspricht, das nächste Jahr wieder zu kommen.
Gestern , wie gesagt, waren wir auf der Hochzeit einer ehemaligen Arbeitskollegin meiner Frau bei gefühlten 48 Grad Außentemperatur. Der Fotograf hat uns dann auch alle in die pralle Sonne gestellt an ein Eingansportal des Kloster Corvey und wir haben tapfer in die Kamera und die Sonne geblinzelt und fühlten uns halbgar danach.
War aber insgesamt eine schöne Feier, auch wenn ich den kleinen Dreijährigen beneidet habe, dessen Vater ihm nach dem Essen das Hemd ausgezogen hat und der dann mit nacktem Oberkörper den Rest der Veranstaltung erleben durfte. Da das aber für Erwachsene auf Hochzeiten noch nicht Regelfall ist, haben wir weiterhin in unseren Hochzeits"outfits" gekocht.
Ansonsten wirft unsere kirchliche Hochzeitsfeier, die am 16.7. stattfinden wird, ihre Schatten voraus.
Meine Frau ist noch auf Kinderfreizeit und ich versuche, alles so weit zu organisieren, dass das Fest so einigermaßen gelingen kann.
Gott sei Dank braucht nicht alles 100%ig zu sein, sondern frei nach dem Grundsatz "Mut zur Lücke" machen wir , was geht und den Rest muss man sich dann dazu denken.
Wir werden im Anschluß an die Trauung im Pfarrgarten mit einem Zelt der Feuerwehr feiern, also eine Gartenparty, und hoffen auf gutes Wetter, nette, unverkrampfte Gäste, kühles Bier (360 l habe iuch schon mal bestellt) und ein leckeres Essen aus dem hauseigenen Backofen.
Viele helfende Hände aus dem Dorf sorgen dafür, dass wir das alles so machen können. Dafür sind wir sehr dankbar!
So, nun will ich mal frisch ans Tagewerk, auch wenn die Temperaturen heute wieder eine schweißtreibende Zeit verheißen.
Motto:
"o.B."